Category Archives: Internationales / IAA

Marokko: Solidarität mit der Besetzung der Mine in Touissit

Das Wiener Arbeiter*innen-Syndikat (https://wiensyndikat.wordpress.com) hat den folgenden Aufruf übersetzt und auf seinem Blog veröffentlicht:


Solidarität mit den Bergarbeitern in Touissit/Marokko, die ihre Mine besetzen!

Schickt Emails an den Geschäftsführer, um die BergarbeiterInnen in ihren Forderungen zu unterstützen.

Für Respekt und Würde ergreifen die Bergarbeiter von Touissit Direkte Aktionen und besetzen ihre Mine: Solidarität!

Über unsere französische Schwestergewerkschaft CNT-AIT besteht ein Kontakt zu den kämpfenden KollegInnen in Marokko, welche vor Ort von FreundInnen der CNT-AIT unterstützt werden. Es handelt sich um normale HacklerInnen [= Malocher*innen, Anm. ASN], die bis zum 21. Dezember ihre Mine besetzt haben und von der dortigen Systemgewerkschaft im Stich gelassen, sogar verarscht, werden. Daher brauchen sie unser aller Solidarität, um ihre Interessen (Forderungen) der Firmenleitung gegenüber durchsetzen zu können.


Gruppe streikender Bergleute unter Tage

Dem Minister für Energie, Bergbau und Umwelt Aziz Rebbah zufolge, ist „der Bergbausektor eine Säule der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes“. Mit der wirtschaftlichen Entwicklung hat er vielleicht recht, mit der sozialen sicher nicht. Die Arbeitsbedingungen in den Minen sind oft primitiv – ob in Bezug auf Löhne, Gesundheit oder Sicherheit. Continue reading Marokko: Solidarität mit der Besetzung der Mine in Touissit

Anarcho-Syndikalismus international, Nr. 13, Herbst 2020

Newsletter des ASN Köln, Nr. 13, Herbst 2020

+++ Gewerkschaftsinfos aus aller Welt +++

WELTWEIT: Die Corona-Krise geht weiter
FRANKREICH: Privatisierung im Gesundheitswesen
ÖSTERREICH: Lockdown und Protest
ÖSTERREICH: Kundgebung vor dem Roten-Kreuz
ÖSTERREICH: Nicht-gezahlte Löhne bei Seamox
ÖSTERREICH: Kompensation für Kündigung
USA: Labor Day 2020 – Jetzt ist es soweit
INTERNATIONAL: Solidarität mit Streiks in Belarus
SRI LANKA: Gewerkschafter*innen bei Ansell
NIEDERLANDE: Gegen drohende Abschiebung
INTERNATIONAL: Gegen nichtgezahlte Löhne
SPANIEN: Arbeitskämpfe gegen Lohnraub
SPANIEN: Konflikt mit Fundacion Diagrama
BRASILIEN: Proteste gegen rassistischen Mord

+++ Lokale Berichte +++
HAMBACHER FORST: Workshops beim Skillshare
KÖLN: Klimastreik-Aktionstag
KÖLN: Demo gegen Pflege-Notstand
KÖLN: Gemeinsam gegen nicht-gezahlte Löhne

Download als PDF (0,7 MB)

Anarchosyndikalismus international - nr13 - Herbst 2020

Newsletter-Archiv:
https://asnkoeln.blackblogs.org/download/broschueren/anarchosyndikalismus-international/

CreativeCommons: BY-NC

Brasilien: Proteste gegen rassistischen Mord

Unsere Genoss*innen der brasilianischen Basisgewerkschaft COB-IAA in Porto Alegre (Rio Grande do Sul) haben sich an den aktuellen antirassistischen Demonstrationen beteiligt.

Nach dem rassitischen Mord an João Alberto Freitas durch zwei Securities eines Carrefour-Supermarktes kommt es zu einer landesweiten Protestwelle. Das brutale Wachpersonal war oder ist Mitglieder der Militärpolizei, aber hier im Auftrag einer privaten Sicherheitsfirma. Continue reading Brasilien: Proteste gegen rassistischen Mord

Österreich: Lockdown und Protest

Kommentar vom Wiener Arbeiter*innen-Syndikat zum neuen Lockdown und Aufruf zur Demonstration am 18. November:

„Oops! … I Did It Again“ oder „Hit Me Baby One More Time“?
Zum neuen Lockdown & Demonstration am 18. November

Hier ist er also, der neuerliche Lockdown in Österreich. Vor wenigen Wochen noch „undenkbar“ wurde er nun bis Anfang Dezember verhängt. Neben der Tatsache, daß wir selbstredend – während wir alle privaten Kontakte auf ein absolutes Minimum beschränken sollen – weiter brav hackeln gehen sollen, und dem Goodwill der Chefitäten ausgesetzt sind was das Infektionsrisiko in der Produktion oder dem Großraumbüro betrifft, sind einge weitere Punkte dieses neuerlichen Lockdowns so bemerkenswert wie dilletantisch, daß wir uns ihnen hier kurz widmen wollen. Continue reading Österreich: Lockdown und Protest

Amsterdam: Protest gegen drohende Abschiebung

Zur Unterstützung des persischen Anarchisten Abtin Parsa wurde letzen Samstag (07.11.) in der niederländischen Metropole eine Protestkundgebung organisiert. Rund 50 Leute versammelten sich in der Innenstadt und informierten über die Situation.

Der damals 16-jährige war in 2014 der Islamischen Republik Iran wegen seiner atheistischen Ansichten inhaftiert worden und zwei Jahre später über Griechenland in die Niederlande geflüchtet. Von dort soll er nun zwangsweise in das europäische Erstaufnahmeland zurückgeführt werden.

Es droht nun eine Abschiebung in den Iran mit erneuter Repressionsgefahr. Um auf diese menschenunwürdige Behandlung aufmerksam zu machen und grenzüberschreitende Solidarität auszudrücken, wurden mehrere Reden gehalten und Flugblätter verteilt, berichtet die Anarchistische Gruppe Amsterdam (AGA/Vrije Bond).

Spanien: CNT Toledo im Konflikt mit Fundacion Diagrama

Nachdem mehrere schriftliche Kontaktversuche der Gewerkschaftssektion der CNT-IAA ignoriert wurden, hat sich die Basisgewerkschaft in der kastilischen Regionalmetropole zum offenen Konflikt entschieden.

Es ist an der Zeit zu handeln und lautstark gehört zu werden, schreiben sie. Und fordern zudem die korrekte Anwendung der Beförderungszulage für ihr Mitglied Silvia. Auch erinnert die CNT-IAA Toledo diese Stiftung für psychosoziale Intervention daran, dass sie ihre unterzeichnete Vereinbarung einhalten soll.

Als Anarchosyndikalist*innen werden die Gewerkschafter*innen nicht schweigend zuschauen oder wegsehen, wenn Arbeitgeber*innen den Kolleg*innen Unrecht antun. Sie sind nicht bereit mit ihren Protesten aufzuhören, bis ihre Forderungen durchgesetzt werden. Deshalb sind im Arbeitskampf auch direkte Aktionen nötig.

Mehr Infos:
https://toledo.cnt-ait.org

Wien: Kundgebung vor Rot-Kreuz-Zentrale

Bericht des Wiener Arbeiter*innen-Syndikats zur Kundgebung vor der Rot Kreuz Wien-Zentrale am 28.10.2020:

Ein Angriff gegen Eine, ist ein Angriff gegen Alle

Hoch motiviert und pünktlich um halb acht in der Früh sind wir vor der Zentrale des Roten Kreuz’ Wien gestanden – die KollegInnen, die das Rote Kreuz nicht wieder einstellt, und ihre zahlreichen UnterstützerInnen, viele von ihnen auch aus dem Sozialbereich – insgesamt um die 70 Leute. Organisiert wurde diese Kundgebung von der Initiative Sommerpaket, dem WAS, mit aufgerufen haben Sozial aber nicht blöd und KOMintern, drangehängt hat sich dann gestern noch der Gewerkschaftliche Linksblock.

Mit Transparenten, Flugblättern und Fahnen haben wir gegen das Wiedereinstellungsverbot des Roten Kreuz’, von dem KollegInnen des Winterpakets betroffen sind, protestiert. Denn offenbar ist der Einsatz für bessere Bedingungen für die KlientInnen und für bessere Arbeitsbedingungen, nicht gern gesehen beim Roten Kreuz. Denn das vereint die KollegInnen, die für das Winterpaket in der Wiener Obdachlosenhilfe nicht wieder eingestellt wurden. Continue reading Wien: Kundgebung vor Rot-Kreuz-Zentrale

Wien: Protest gegen nicht-gezahlte Löhne bei Seamox

Das Wiener Arbeiter*innen-Syndikat beteiligt sich an der Aktionswoche gegen nichtgezahlte Löhne der Internationalen Arbeiter*innen-Assoziation (IAA), in welcher sie als Freund*innen föderiert sind:

Das Nicht-Zahlen von Löhnen hat international System

Das Phänomen, daß FirmenbesitzerInnen und Chefs ihren Arbeiter*innen die Löhne aus mannigfaltigen Gründen vorenthalten, ist kein Schicksal. Es handelt sich auch nicht um ausnahmsweise unmenschliche Vorgesetzte oder UnternehmerInnen, sondern die Sache hat System. ArbeiterInnen haben in dieser Welt nichts außer ihrer Arbeitskraft zu verkaufen. Das kapitalistische System zwingt jedes Unternehmen dazu, noch mehr „einzusparen“, billiger zu produzieren oder dienstzuleisten, und noch mehr zu wachsen, damit im folgenden Jahr eben noch höhere Renditen erwirtschaftet werden.

Und dabei muß das Kapital halt teilweise auch „kreativ“ werden, … Löhne und Gehälter einfach nicht zu bezahlten oder vorzuenthalten, mit welchen Begründungen auch immer, ist eine dieser Methoden des Kapitals, die uns ArbeiterInnen weltweit betrifft! Daher hat die Internationale ArbeiterInnen-Assoziation (IAA), in der wir weltweit föderiert sind, beschlossen, die dritte Oktoberwoche zur Aktionswoche gegen unbezahlte Löhne auszurufen. Ein Ziel ist es, aufzuzeigen, daß wir weltweit vor den selben Problemen stehen. Ein Weiteres ist es, klarzumachen, daß organisierte ArbeiterInnen durchaus etwas gegen diesen strukturellen Lohnraub unternehmen können. Die Woche steht nämlich auch ganz im Zeichen der möglichen Handlungsformen, die sich uns HacklerInnen bieten, um uns die Nichtbezahlung eben nicht gefallen zu lassen, und dem Wahnsinn kollektive Aktionen, die so direkt wie möglich sein sollten, entgegenzusetzen.

Kundgebung in Wien-Donaustadt

Wir vom WAS haben uns den Fall eines Genossen ausgesucht, den wir diesbezüglich öffentlich vorstellen, der wirklich höchst exemplarisch für die momentane Verfasstheit unseres weltweiten Wirtschaftssystems steht. Unser Freund aus Spanien ist IT-Techniker, und wurde von einer kleinen Wiener Bude angeworben. Was wurde ihm nicht alles versprochen oder zumindest in Aussicht gestellt. Und selbständig sollte er sein, der Genosse aus Spanien. Nur drei Tage in Wien, bei einem bekannten IT-Konzern im Büro sitzen, und vier Tage in der Woche aus Spanien, oder sonstwo. Continue reading Wien: Protest gegen nicht-gezahlte Löhne bei Seamox

Internationale Aktionswoche gegen nichtgezahlte Löhne (12.-18.10.)

Im Dezember 2019 hat die Internationale Arbeiter*innen-Assoziation (IAA) auf ihrem Kongress in Melbourne (Australien) die Ausrufung einer „Internationalen Woche gegen nichtgezahlte Löhne“ beschlossen.

Die Mitgliedsorganisationen der IAA einigten sich darauf, in der dritten Oktoberwoche verschiedene Aktivitäten vorzubereiten, um auf das weit verbreitete Phänomen der vorenthaltenen Lohnzahlungen aufmerksam zu machen und mögliche Gegenmaßnahmen aufzuzeigen. Denn wir als Arbeiter*innen machen unsere Jobs, um dafür bezahlt zu werden, nicht um ehrenamtlich die Arbeitgeber*innen immer reicher zu machen.

Leider leben wir in einer Gesellschaft, in der wir gezwungen sind für ein Gehalt zu arbeiten, wenn wir überleben wollen. Wir brauchen Geld für Nahrung, Wohnraum, Bildung, Gesundheit usw. Wenn wir also für unsere Leistung nicht bezahlt werden, kann das dramatische Folgen haben für uns und und für alle, die sich auf uns verlassen.

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Frankreich: Vor der totalen Privatisierung des Gesundheitswesens

Die Arbeiter*innen im Gesundheitssektor der anarchosyndikalistischen CNT-IAA in Paris (Cochin, Broca, Hôtel-Dieu) berichten, dass die Covid-19-Krise deutlich den baufälligen Zustand der öffentlichen Gesundheitsversorgung in Frankreich aufgezeigt hat.

Doch dies ist kein Betriebsunfall: Es handelt sich um eine bewusste Politik, die seit Jahrzehnten ausnahmslos von allen Regierungen verfolgt wurde, sowohl von rechten als auch von linken. Sie alle haben Zehntausende von Betten gekürzt und [Präsident] Macron hat nur die Kürzungspolitik [seiner Vorgänger] Holland, Sarkozy, Chirac und sogar Mitterrand fortgesetzt.

Ihr Ziel ist es, dem französischen Gesundheitssystem ein Ende zu bereiten. Dieses hat zwar seine Unzulänglichkeiten, hat aber vor allem den großen Vorteil, allgemein zugänglich und solidarisch zu sein. Unter dem Vorwand, ein „Loch im System der sozialen Sicherheit“ zu schließen, wird eine schleichende Privatisierung vorbereitet, welche die Politiker*innen zugunsten der privaten Versicherungen planen.

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